Aus dem Archiv der ExtraTip Mediengruppe.
vom 08.02.2010


Versorgung sichern

Bundestagsabgeordneter Franke fordert Hausarztkreise

 Melsungen. Immer mehr Patienten werden sich umstellen müssen. Der ärztliche Notdienst wird in der Region umgestellt. Betroffen sind bereits einige Kasseler Landkreisgemeinden und der Kreisteil Melsungen. Nach diesem Muster, so ist es zu erwarten, werden weitere Regionen nachziehen. Wer künftig die Dienste eines niedergelassenen Arztes braucht, muss sich nachts und am Wochenende an eine Ärztliche Bereitschaftszentrale wenden.

Ausgedünnt

Eine Alternative sieht der Bundestagsabgeordnete Dr. Edgar Franke in der Organisation von Hausarztkreisen. Eine optimale ärztliche Versorgung müsse gewährleisten, dass die anfallenden gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung auf adäquater Ebene durch Not-, Allgemein- und Fachärzte so schnell und effizient wie möglich gelöst werden. Doch es sei zu beobachten, dass die Versorgung des ländlichen Raumes ausgedünnt würde und dies sorge für längere Wege in die Metropolen. „In einer ländlichen Region von beispielsweise rund 15.000 Einwohnern sollten schon zwölf niedergelassene Ärzte sich beteiligen, um die hausärztliche Versorgung ihrer Patienten an Wochenenden und an Feiertagen sowie Nachts zu ermöglichen und zu optimieren“, so Franke. Und weiter: „Dies ist gerade für Landärzte akzeptabel.“ Früher hätten die Ärzte an Wochenende reihum Bereitschaftsdienst zu leisten. Diese Situation würde deutlich verbessert werden.

Anspruch gesichert

Die Organisation des Hausärztekreises sichere den Anspruch der Bevölkerung auf ärztliche Versorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten. Es ist weiterhin rund um die Uhr ein Arzt greifbar, während bisher der diensthabende Arzt wegen Hausbesuchen unterwegs sein konnte. Hausbesuche erfolgen allerdings nur, wenn Patienten krankheitsbedingt die Bereitschaftsdienstzentrale nicht aufsuchen können. Die Entscheidung für die Organisation von Hausarztkreisen sei eine Entscheidung im Sinne der Patienten und der Landärzte und damit ein Stück Zukunftssicherung, betont Franke. Junge Ärzte, die sich niederlassen wollten, würden wegen der großen Zahl an Bereitschaftsdiensten, die niedergelassene Ärzte zu absolvieren haben, vor einer Praxis auf dem Land absehen. Aber auch wirtschaftliche Gründe spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Wegen einer zusätzlichen Gebühr von zehn Euro nähme die Zahl der Patienten, die am Wochenende eine Praxis aufsuchen, inzwischen deutlich ab. Es mache für einen einzelnen Arzt wenig Sinn, den kompletten Kostenapparat am Wochenende aufrechtzuerhalten.


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