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Aus dem Archiv der ExtraTip Mediengruppe.
vom 07.07.2010 Geld heilt keine Seelen
Hephata bittet ehemalige Heimkinder um Entschuldigung Von CHRISTINA WOLTERS Treysa. Schläge, sexuelle Übergriffe und psychische Gewalt in der Heimerziehung waren in den fünfziger bis siebziger Jahren an der Tagesordnung. Etwa 1.600 Kinder, die damals in Hephata lebten, waren täglich dieser Art der Erziehung ausgesetzt. 15 von ihnen erheben inzwischen schwerwiegende Vorwürfe gegen das Diakonie-Zentrum.
Jetzt folgt die späte Entschuldigung. Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Montag erklären die Hephata-Direktoren Barbara Eschen und Peter Göbel-Braun: „Wir, der Vorstand der Hephata-Diakonie und der Vorstand der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, bitten alle, die als Kinder und Jugendliche damals in Hephata Leid an Leib und Seele erfahren haben, um Entschuldigung.“ Glaubwürdige Vorwürfe Die ehemaligen Heimkinder werfen ihren damaligen Erziehern unter anderem massive körperliche und sexuelle Gewalt vor. „Diese Vorwürfe sind glaubwürdig“, räumt Pfarrerin Barbara Eschen ein. Hephata bedauere die Vorfälle zutiefst. Seit November vergangenen Jahres sucht der Diakonie-Vorstand den Kontakt zu ehemaligen Heimkindern, um das Kapitel ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. „In vielen Fällen leiden die Betroffenen noch heute unter der Entwurzelung durch die Zeit im Heim, stellen sich Fragen nach der eigenen Identität“, erklärt Peter Göbel-Braun. Er selbst führt die Gespräche mit denjenigen, die den Weg nach Hephata finden. Göbel-Braun arbeitet seit über 30 Jahren in Hephata, kennt die alten Bezeichnungen für die verschiedenen Häuser und ist oft im gleichen Alter wie die Betroffenen. „Wir bieten auch Hilfe beim Auffinden von persönlichen Unterlagen oder bei der Aufklärung damaliger Verhältnisse“, so Göbel-Braun weiter. Aus seinen Gesprächen weiß er, dass Strafen an der Tagesordnung waren. „Arrest und Ohrfeigen waren Standard,“ sagt Göbel-Braun. „Beschämungen, das heißt Bestrafung durch die Verletzung von Schamgefühlen, waren keine Seltenheit.“ Die Hephata Diakonie unterstützt darüberhinaus die Arbeit des „Runden Tisches Heimerziehung“, der seit Ende 2008 unter dem Vorsitz von Antje Vollmer im Auftrag des Bundestages an der Aufarbeitung des Themas arbeitet. Daran ist auch Hephata durch Vertreter der Diakonie beteiligt. Der Vorstand bestätigt, dass Hephata die entwürdigenden Lebensbedingungen der Heimerziehungspraxis teilweise hingenommen hat. Gewalt sei als Mittel zur Erziehung ausgeübt worden, wodurch auch körperliche und sexuelle Übergriffe unzureichend unterbunden wurden. „Arbeitseinsätze der Jugendlichen ohne Entlohnung zur Einsparung öffentlicher Kosten gab es ebenso“, zitiert Barbara Eschen aus der Presseerklärung Hephatas.
Kampf um Anerkennung
Gemeinsam mit dem „Runden Tisch“ sucht Hephata nach Lösungen für eine Anerkennung der Leiden der Betroffenen. „Geld heilt keine Seelen“, sagt Pfarrer Peter Göbel-Braun. Eschen: „Aus Kontakten mit Betroffenen wissen wir, wie wichtig vielen von ihnen eine öffentliche Anerkennung und ein Bedauern ihrer Leiden ist.“ Ein ehemaliges Hephata-Heimkind, das uns seine persönliche Lebensgeschichte erzählt hat, ist Thomas Hasper. Er rechnet nicht mehr mit einer finanziellen Anerkennung seiner Leiden. Elf Jahre hat der gebürtige Bremer in Hephata gelebt. Er hat mitangesehen und am eigenen Leibe erfahren, wie der Alltag in einem Heim ausgesehen hat. Er ist im Heim zur Schule gegangen, hat seine Ausbildung gemacht und insgesamt sieben Jahre lang dort gearbeitet. Aber kein einziges davon zählt für seine Rente. Nicht nur auf seine Vergangenheit, sondern auch auf seine Zukunft hat der Heimaufenthalt also Folgen.
In der nächsten Ausgabe:
„Ich war unhaltbar“
Lesen Sie dazu den Leserbrief "Nicht alles an der Tagesordnung" (klick!)
und den Kommentar "Heilt Geld keine Seelen?" (klick!) Lesermeinungen zu diesem Artikelwww.exheim.de schrieb am 11.07.2010 um 19:02:20 "Auch die Caritas sucht ehemalige Heimkinder um sie dann fertig zu machen." Umfrage Ergebnisse anzeigen Aktuelle Kleinanzeigen Honda CB 500, EZ 4/99,TÜV 5/12,18 Tkm, 56 PS(34),VB 2500 EUR 0560187361 Rubrik: Auto / Motorräder / Witzenhausen Kymco CK125, EZ 4/05, top gepfl., Gar., 160km, silb. 950 EUR VB, 05656-4153 Rubrik: Auto / Motorräder / Witzenhausen Quad, 150 ccm, TÜV 04/10, Preis VS Tel. 05683-3649409 Rubrik: Auto / Motorräder / Witzenhausen |
„Betroffene können jederzeit den Kontakt zu uns suchen“, fordert Göbel-Braun auf. „Das ist über unsere Homepage, wenn gewünscht auch anonym möglich.“




"Geld heilt keine Seelen! Aber kann die Rente aufstocken helfen"